Persönlichkeitsstörungen auf Chef - Etagen

zuletzt aktualisiert: 9.7.2020 - - - - - zurück zur Themenauswahl -------> Link zurück zur Themenauswahl

Perönlichkeitsstörungen auf Chef-Etagen sind relativ häufig vertreten, darüber ist viel geschrieben worden. Abweichungen der Persönlichkeitsstruktur von der Norm können durchaus - zumindest vorübergehend - Vorteile haben, um etwas zu bewegen.

"Jedenfalls ist es besser, ein eckiges Etwas zu sein als ein rundes Nichts." (Friedrich Hebbel)

Extreme Charaktere polarisieren, setzen Energien frei und wenn es nur starker Widerstand ist „dem zeige ich es ...“. Etwas Abweichung von der Norm kann also durchaus hilfreich sein. Ein Temperaturunterschied in der Atmosphäre, ein Hoch- und Tiefdruckgebiet führen zu Bewegung. Gäbe es diese Unterschiede nicht, würde Windstille herrschen.

Zu starke Unterschiede allerdings führen zu Sturm, Unwetter. Sind die Abweichungen in der Persönlichkeitsstruktur von der Norm zu ausgeprägt, schaden die Betroffenen einer Organisation mehr als sie nutzen. Das Agieren dieser Personen und deren Verhalten ist schwer nachzuvollziehen. Ich habe mir schon früh in meinem Berufsleben ein Psychologie-Fachbuch angeschafft, um mehr über solche Persönlichkeitsstörungen kennen zu lernen, derartiges Verhalten besser zu verstehen und zu erfahren, wie man damit am Besten umgeht. (Psychologie, von Zimbardo, Gerrig, Springer Verlag). Die  oftmals erlebten Eigenschaften waren unter „narzisstische Persönlichkeitsstörung“ (siehe weiter unten) aufgeführt. Fazit für mich war: Mit normalem gesunden Menschenverstand ist das Verhalten kaum zu verstehen und eine zwischenmenschliche Beziehung ist wenn überhaupt nur schwer aufzubauen. In dem oben zitierten Buch heißt es:

"Narzisstische Persönlichkeitsstörung

Wir alle kennen Menschen, die von sich selbst besonders beeindruckt zu sein scheinen. Bevor entsprechende Verhaltensweisen jedoch als narzisstische Persönlichkeitsstörung zu beschreiben sind, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein. Menschen, die diese Störung aufweisen, haben ein übertriebenes Gefühl der eigenen Bedeutung, sie beschäftigen sich vorwiegend mit Erfolgs- oder Machtphantasien und haben ein Bedürfnis nach ständiger Anerkennung und Bewunderung -auch ohne besondere Leistungen erbracht zu haben. Das übertriebene Selbstwertgefühl kann mit Empfindungen besonderer Wertlosigkeit wechseln. Auf Kritik oder auf Niederlagen hin reagieren von dieser Störung betroffene mit scheinbarer Gleichgültigkeit oder mit deutlichen Überreaktionen. Schließlich haben sie Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen: sie fühlen sich berechtigt, besondere Gefälligkeiten entgegen zu nehmen ohne entsprechende Verpflichtungen einzugehen, sie beuten andere aus, um den eigenen Neigungen freien Lauf zu lassen, sie haben Beziehungen, die zwischen Überbewertung und völliger Ablehnung schwanken, und es fehlt ihnen an Empathie für die Gefühle anderer. "

Also was tun, wenn man solch eine Person z.B. als Chef hat? Da kann ich keinen Rat geben, da es auf die übrigen Umstände ankommt. Was mir geholfen hat, um nicht selbst zu verzweifeln: das Verhalten als Krankheit zu sehen und gar nicht erst versuchen, es verstehen zu wollen.

Der Grad, um andere fair zu beurteilen, ist allerdings schmal. Was normal ist und was nicht, ist letzten Endes eine Sache der Statistik. Vorsicht: wir alle sind nicht ganz frei von schwachen oder stärkeren Abweichungen unserer Persönlichkeitsstruktur von der Norm:

"Wir halten meist nur den für vernünftig, der unserer Meinung ist." (La Rochefoucauld)
"Bewunderung ist ein höflicher Hinweis darauf, dass man an einem anderen Menschen Ähnlichkeit mit sich selbst entdeckt hat." (Oscar Wilde)
"Das schönste aller Geheimnisse: ein Genie zu sein und es als einziger zu Wissen." (Mark Twain)